Tour de France Pässe
  Tourmalet* Col d'Aubisque * Luz-Ardidien * Menté + Aspet* Aspin* Pailherès * Ax 3 Domaines * Sonstige

Tourmalet (2115 m)

Der Vater aller Tour-Pässe. Kein Pass wurde öfter von der Tour gefahren - ein absolutes Pflichtprogramm, dass auch landschaftlich überwältigend ist!

Von Luz-Saint-Sauver

Schwierigkeitsgrad: Hors Catégorie
Höhenunterschied:   1385 Hm
Länge: 18 km
Steigung max: 11 Prozent
Steigung durchschnittlich: 7,7 Prozent

TdF Geschichte

Die Geschichte des Tourmalets ist in jeder Hinsicht abenteuerlich. Das beginnt schon bei der Entdeckung des Berges. Die Legende schildert die lebensgefährliche Erkundungsmission eines Tour-Mitarbeiters. Steinès, rechte Hand von Tour-Direktor Henri Desgrange, behauptet seinem Chef gegenüber, der Pass sei ideal für die Tour. Als ihn dieser daraufhin zur Erkundung losschickt, sind die Bedingungen katastrophal: Der Pass ist noch im Juni mit Schnee bedeckt und das Auto des Tour-Mitarbeiters bleibt weit unterhalb der Passhöhe stecken. Trotzdem kämpft er sich durch den Schnee Richtung Passhöhe. Doch im tiefen Schnee kommt er kaum vorwärts und bevor die Sonne untergeht, hat er noch nicht einmal die Passhöhe erreicht. Ein zurück gibt es bald nicht mehr und so rutscht und stolpert er nach der Passhöhe auf der anderen Seite ins Tal. Völlig verfroren erreicht er am nächsten Morgen ein Bauerndorf. Doch er will nicht zugeben, dass die Lage katastrophal ist und so telegrafiert er nach Paris der Pass sei befahrbar.

So wird der Tourmalet 1910 schließlich erstmals von der Tour de France bezwungen. Ganz Frankreich fieberte dem Ereignis entgegen und zweifelte, ob es überhaupt möglich sei, den Pass zu bezwingen.

Zum absoluten Mythos ist der Kampf von Eugène Christophe mit Material und strengen Rennkommissären geworden. 1913 erleidet er in aussichtsreicher Position einen Gabelbruch. Das Reglement verbietet den Austausch von Material und fremde Hilfe bei der Reparatur. So läuft er mit seinem Rad ins Tal und sucht verzweifelt nach einem Schmied. Als er einen findet, reperiert er eigenhändig seine Gabel. Doch ein kleiner Bub hält mit einem Blasebalg das Feuer am brennen. Das stufen die Kommissäre als unerlaubte Hilfe ein und brummen ihm eine Zeitstrafe auf.

Spitzenreiter am Berg:

1910: Lapize
1911 : Duboc
1912: Defraye
1913: Thys
1914 : Lambot
1919 : H. Barthblèmy
1920: Lambot
1921 : Heusghem
1923 : Jacquinot
1924 : Bottecchia
1925 : Huysse
1926 : Tailleu
1927 : Frantz
1928 : Van de Casteele
1929 : Fontan
1930 : B. Faure
1931 : Demuysere
1932: B. Faure
1933 : Trueba
1934 : Vietto
1935 : S. Maes
1936 : S. Maes
1937 : Berrendero
1938 : Bartali
1939 : Vissers
1947 : Robic
1948 : Robic
1949 : F. Coppi
1950 : Pint
1951 : Diederich
1952 : F. Coppi
1953 : Robic
1954 : Bahamontes
1955 : Poblet
1957 : Da Silva
1959 : A. Desmet
1960: Gimmi
1961: Queheille
1962 : Bahamontes
1963 : Bahamontes, Poulidor
1964 : J. Jimenez, Bahamontes
1965 : J. Jimenez
1967 : J. Jimenez
1968 : Ducasse
1969 : Merckx
1970 : Thèvenet,
1971 : Van Impe
1972 : Sweerts
1973 : Thavenet
1974  : J.P. Danguillau
1975 : Van Impe
1976 : Galdos
1977 : Van Impe
1978 : Pollentier
1980 : R. Martin
1983 : P Jimenez
1985 : Ruiz Cabestany
1986 : Arnaud
1988 : Cubino
1989 : Millar
1990 : Martinez-Torres
1991 : Chiappucci
1993 : Rominger
1994 : Virenque
1995 : Virenque
1997 : Pascual Rodriguez
1998 : Elli
1999 : Elli
2001 : Montgomery
2003 : Chavanel

 

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  Alle Infos in dem Rennradführer "Roadbook Tour de France", Kristian Bauer, Bruckmann 2006